Malchin

Malchin gehört mit seinen 8.000 Einwohnern nicht gerade zu den großen Städten in  Mecklenburg. Und doch gibt es für Besucher so Einiges zu sehen und zu erkunden. Die Stadt hat eine mehr als 770-jährige Geschichte aufzuweisen und war seit dem 30jährigen Krieg bis 1916 neben Sternberg sogar ein Tagungsort des Ständischen Landtages.

Es gibt ein Gebäude, das in der Stadt nicht nur hinsichtlich der Höhe alles überragt. Das ist die Sankt-Johannis-Kirche. Unmittelbar neben dem Rathaus, im Zentrum gelegen, lädt das imposante Bauwerk aus dem 14./15. Jahrhundert dazu ein, nach der Turmbesteigung einen Rundblick über die Mecklenburgische Schweiz zu genießen.

Die Johannis-Kirche birgt einige Schätze: der Marien-Altar in der gleichnamigen Kapelle und eine Friese-Orgel, deren Klang bei Gottesdiensten und Orgelkonzerten Besucher aus Nah und Fern erfreut. Schließlich befindet sich in der ehemaligen Sakristei auch die ganzjährig geöffnete Malchiner Stadtinformation.
Unmittelbar neben der Kirche hat das Malchiner Rathaus seinen Platz. Das Amt „Malchin am Kummerower See“ hat hier seinen Sitz. Die Geschichte des Rathauses ist durchaus bewegt. 1925 bis 1927 als Ersatz für das abgebrannte alte Rathaus erbaut, hat es Krieg und Zerstörung überlebt und erstrahlt nun, nach Abschluss der Restaurierung im Jahre 1996, in schönem Glanz. Die 72 Zunftzeichen im Rathaussaal künden von den bei der Erbauung beteiligten Gewerken und Gewerben.

Auch vom Turm des Rathauses kann der Besucher eine schöne Aussicht genießen. Die Plattform des Kirchturms thront dann allerdings weit über ihm.

Die Stadtbefestigung von Malchin bestand einst aus Stadtmauer, Fangelturm und vier Stadttoren von denen heute noch zwei erhalten sind: Das Kalensche Tor und das Steintor. Beide Tore wurden in der Vergangenheit mit viel Aufwand restauriert. Im Steintor ist in diesem Zuge auch ein Raum für Vereinssitzungen und Familienfeiern ausgebaut worden. Heiratswillige dürfen sich hier vor rustikaler Kulisse das Ja-Wort geben.

Das Museum in der ehemaligen Stadtmühle ist auch für jeden Geschichtsinteressierten einen Besuch wert. Informatives und viel Wissenswertes haben engagierte Mitglieder des Museumsvereins hier gesammelt, was dazu beiträgt, die Malchiner Geschichte lebendig zu erhalten.

Auch über den bekanntesten Sohn der Stadt – Siegfried Marcus – kann man sich hier informieren. 1831 in Malchin geboren gilt Marcus bis heute als genialer Erfinder und Konstrukteur. Die Gelehrten streiten darüber, ob er der erste war, der ein Fahrzeug mit Benzinmotor auf die Straße gebracht hat.
?Die anmutige Hügel- und Seenlandschaft der Mecklenburgischen Schweiz im Umfeld der Stadt lockt jährlich tausende Touristen in die Region. Wer es etwas gemächlicher liebt, der wird die Ruhe und Beschaulichkeit des „Osteehinterlandes“ schätzen lernen.

Mit der Peene, dem Malchiner und dem Kummerower See finden sich in der Region bemerkenswerte Wassersportmöglichkeiten. Malchins Wasserwanderrastplatz „Koesters Eck“ ist längst zu einem Magneten für Touristen mit Kanu oder Segelboot geworden. Hinzu kommen eine Marina, alles ausgestattet mit der nötigen Infrastruktur, sanitären Anlagen und Gastronomie.

Wer ohne Boot anreist, hat die Möglichkeit bei „Wasserfreizeit Bremer“ am „Kösters Eck“ ein Kanu zu leihen. Auch Motorboote und Angel-Hausboote kann man hier ausleihen. Letztere sind eine Rarität für Angler, die auch von weit her anreisen, um selbständig oder geführt Angeltouren zu unternehmen.

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